
Paarungsverhalten... Hirschkäfer *Lucanus cervus*
Bei der Suche nach Hirschkäfern hatten wir großes Glück, ein ganz besonderes Verhalten der Hirschkäfer beobachten zu können. Hirschkäfer ernähren sich ausschließlich von Säften und besonders gerne vom Saft alter Eichen. Die Männchen sind deutlich größer und imposanter als die Weibchen. Dabei sind es vor allem die großen geweihförmigen Mundwerkzeuge, die beim Anblick der männlichen Käfer beeindrucken. Beim Weibchen sind diese viel kleiner. Wie eigentlich alles in der Natur hat das auch einen tieferen Sinn: Die Männchen benötigen die großen, starken "Geweihe" um sich im Konkurrenzkampf um die Gunst der Weibchen untereinander zu behaupten. Der Preis dafür ist die Unhandlichkeit der Werkzeuge. Die Männchen sind mit den großen "Mandibeln" - so werden die Geweihe richtig benannt - nicht in der Lage Baumrinden aufzuboren und darüber an die für sie lebenswichtigen Säfte zu gelangen. Sie können damit weder beißen noch kauen. Dies können nur die Weibchen, mit ihren kleineren, dafür aber schärferen Mandibeln. Sie legen an alten Eichen Saftmale an - also Stellen, an denen die Rinde der Bäume verletzt wird und an denen Baumsäfte austreten. Der Geruch des austretenden Saftes lockt die paarungsbereiten Männchen an. Männchen und Weibchen bleiben dann oft über mehrere Tage zusammen, in denen sie sich paaren, aber auch Nahrung vom Saftmal aufnehmen. Das über dem Weibchen sitzende Männchen ist dabei für das Weibchen ungewollt auch der beste Schutz vor Fressfeinden. Wenn Eichelhäher, Rabe, Specht oder andere Freßfeinde nach den Käfern picken, erwischen sie immer zuerst das Männchen, während sich das Weibchen dann oft noch fallen lassen kann und so überlebt - unangenehm für das Männchen, aber wichtig für den Arterhalt! |
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Bild-ID: |
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Name des Albums: | Käfer / Spinnen |
Schlagwörter: | Lucanus cervus Lucanus Hirschkaefer Stag beetle Vliegend hert Lucane Cerf-Volant Ciervo volante Schroeter Kaefer Insekten alle Bilder Hornschroeter Feuerschroeter Donnergugi Maennchen Eiche Weibchen Paarung Paarungsverhalten Kopula Kopulation Eiablage Vermehrung Verhalten Querformat Juli |
Technik: | Nikon FX, 500/4.0 mit TC 1.4, ISO 2.000, f 22.0, 1/6 Sek. |
Fotograf: | Ralf Kistowski |
Aufnahmesituation: | Wildlife, ND |
Ansichten: | 1910 |